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WASSERWIRTSCHAFT: DIGITALISIERUNG UND ANLAGENSICHERHEIT

(C) Ivan Bandura via Unsplash

Digitale Lösungen für die Wasserwirtschaft

Die Digitalisierung ist nicht nur für die Industrie von großer Bedeutung, sondern bietet auch neue Chancen für die Wasserwirtschaft. Dabei steht Digitalisierung hier nicht nur für die Automatisierung von Prozessen, sondern auch für eine dezentrale Steuerung in besonderen Situationen, wie auch Havarien und/oder Hochwasser. Perspektiven, neue Entwicklungen, aber auch Herausforderungen in Bezug auf die Weiterentwicklung hin zur einer „Wasserwirtschaft 4.0“ standen im Fokus des CIO-Arbeitskreises „Wassertechnologien“.
Unter dem Motto: „Wasserwirtschaft: Digitalisierung und Anlagensicherheit“ fand dieser am 26. Mai 2020 mit über 35 Teilnehmern in einem digitalen Format statt. Die Mitorganisatoren des Arbeitskreises - das Fraunhofer IKTS in Dresden sowie die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH sind überzeugt, dass die Digitalisierung neue Lösungen bietet, um Daten auszuwerten und einen reibungslosen Ablauf der Steuerungs-, Mess- und Regelungsaufgaben zu gewährleisten. Die Anwendungsmöglichkeiten sind in vielen Bereichen möglich: von der Trinkwasserversorgung über das kommunale Abwasser oder Industrieabwasser bis hin zu Wasserstraßen. In dem durch Prof. Robert Holländer (Universität Leipzig) erarbeiteten und vorgestellten Abschlussbericht „Chancen und Herausforderungen der Verknüpfungen der Systeme der Wasserwirtschaft (Wasserwirtschaft 4.0)“ im Auftrag des Umweltbundesamtes, zeigte sich, dass eine „Wasserwirtschaft 4.0“ bisher nur in Ansätzen und / oder einzelnen 4.0-Anwendungen existiert. Dabei gibt es großes Potential, um die Effizienz und Effektivität durch neue Prozesse zu verbessern, die Optimierung durch Kopplung von Sektoren zu ermöglichen oder neue Perspektiven durch Nutzung bestehender oder neuer Datenbestände zu geben. Der Wassersektor kann durch digitalisierten Datenaustausch mit angrenzenden Bereichen sein Monitoring verbessern. Beispielsweise wird infolge des Klimawandels ein verstärkter Informationsaustausch mit der Landwirtschaft nötig. Durch Vernetzung und Integration von Messdaten mit anderen Infrastrukturbereich kann so eine „Smart City“ auf lokaler und regionaler Ebene erreicht werden. Dabei wird nicht nur eine Minderung der Umweltbelastungen erzielt, sondern auch Kosteneinsparungen durch eine bessere Steuerung, eine bessere Produktqualität und die Minimierung des administrativen Aufwandes.
Diese Punkte wurden eindrucksvoll durch die gezeigten Praxisbeispiele im Bereich „Pumpensteuerung durch Sensoren“ und „Kläranlagensteuerung mit KI“ sowie bei der Vorstellung des durch die Stadtentwässerung Dresden GmbH entwickelten „Kanalnetz- und Prozessleitsystem“ verdeutlicht.
Fragen der IT-Sicherheit und des Datenschutzes spielen dabei eine wichtige Rolle. Durch den Vortrag der Rhebo GmbH „Versorgungssicherheit in Echtzeit: Wie sich Wasserbetriebe für den Blackout rüsten können“ wurde anhand von konkreten praktischen Beispielen verdeutlicht, wie sich die Anlagenbetreiber gegen Cyberangriffe und Manipulationen schützen können oder ein Blackout verhindert werden kann. Die Anlagen der Wasserwirtschaft, sowohl der Abwasserent- und Trinkwasserversorgung, gehören zu den kritischen Infrastrukturen, die auch in Krisenzeiten fehlerfrei funktionieren müssen. Damit sind die Anforderungen an die Technik komplex und sehr anspruchsvoll.
Das BMBF hat die Herausforderungen erkannt und verfolgt mit der Förderbekanntmachung „Digital GreenTech - Umwelttechnik trifft Digitalisierung“ das Ziel, durch Verknüpfung digitaler Technologien mit Umwelttechnologien die Entwicklung innovativer, nachhaltiger Produkte, Verfahren und Dienstleistungen zu unterstützen. Durch die neuen digitalen Lösungen in der Wasserwirtschaft profitieren nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Umweltbelastung wird dadurch nachhaltig reduziert. Kreative Ideen sind gefragt! Nutzen Sie das Netzwerk der CLEANTECH Initiative Ostdeutschland, um diese gemeinsam mit neuen Partnern zu entwickeln.





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